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1. Welchen Staubsauger verwenden Sie derzeit?
Biete: 1 Dyson V16 Animal. Technisch einwandfrei. Seelisch gebrochen. Gegen Hundesabber machtlos.
Ich verwende einen Dyson V16 Animal – also keinen Billig-Sauger, sondern Dysons aktuelles Flaggschiff für Tierbesitzer. Anti-Tangle-Technologie, Zyklon-Power, 315 AirWatt, das volle Programm. Auf dem Papier ein Traumgerät. Meine Wohnung hat 78m² mit Echtholzparkett, Hochflorteppich im Schlafzimmer und Fliesen in Küche und Flur. Und mittendrin lebt Hachikó, mein 28kg schwerer Samojede. Für alle, die diese Rasse nicht kennen: Stellt euch eine wandelnde Wolke vor, die permanent Fell abwirft, alles in Sichtweite mit Speichel veredelt und dabei aussieht, als könnte sie kein Wässerchen trüben.
(Hachikó möchte an dieser Stelle anmerken, dass er sich für absolut nichts davon entschuldigt.)
2. Was sind die größten Probleme, die Sie damit haben?
Mein Dyson ist ein hervorragender Staubsauger. Ernsthaft. Für normalen Schmutz, Staub, Krümel – kein Thema. Das Problem ist: Nichts an meinem Haushalt ist normal.
Samojeden haben ein sogenanntes Lotusblüten-Fell. Schmutz haftet nicht am Haar, sondern fällt direkt auf den Boden. Hachikó kommt vom Gassi, schüttelt sich einmal wie ein nasser Eisbär – und der komplette Flur ist übersät mit Sand, Erde und Fellbüscheln. Soweit, so saugbar. Aber dann kommt Phase zwei: Hachikó sabbert. Nicht dezent, nicht gelegentlich, sondern mit der Hingabe eines Künstlers. Der Speichel tropft auf den abgefallenen Dreck und bildet eine Masse, die ich nur als „Hundesabber-Beton” bezeichnen kann. Das Zeug zementiert sich auf Parkett und Fliesen fest, als hätte jemand Fugenmörtel aufgetragen.
Und hier endet die Zuständigkeit meines Dyson. Er fährt über die Stellen drüber und es passiert: nichts. Er schiebt die Krusten vor sich her wie ein Schneepflug, der auf Eis aufgegeben hat. Ist ja auch logisch – ein Trockensauger kann gegen festgeklebten Sabber-Schmutz schlicht nichts ausrichten. Es ist, als würde man versuchen, eingetrockneten Ketchup mit einem Fön zu entfernen.
Also packe ich den Wischmopp aus. Der kommt, sieht den Sabber-Beton und scheitert ebenfalls. Die Krusten lösen sich einfach nicht – der Mopp verteilt das Ganze bestenfalls großflächiger. Also Ende vom Lied: Ich gehe auf alle Viere und schrubbe den Boden von Hand, Stelle für Stelle, mit einem nassen Tuch und dem letzten Rest meiner Würde. Während Hachikó daneben sitzt, mich mit schiefem Kopf beobachtet und vermutlich denkt, dass wir jetzt zusammen spielen. Das passiert nicht einmal die Woche – das ist Alltag. Jeden. Einzelnen. Tag.
Dazu kommt das Fell. Trotz Anti-Tangle-Technologie meines V16 – und die funktioniert bei normalen Tierhaaren vermutlich wunderbar – ist Samojeden-Fell eine eigene Kategorie. Lang, seidig, unfassbar dicht. Die Walze wickelt sich regelmäßig so fest zu, dass ich mit der Schere ran muss. Hachikó produziert davon so viel, dass ich ernsthaft überlegt habe, daraus Schals zu stricken und auf Etsy zu verkaufen. Er beobachtet die Schere-und-Walze-Zeremonie übrigens jedes Mal mit aufmerksamer Neugier vom Sofa aus. Kein Mitleid. Nur Interesse.
Kurze Bilanz nach drei Jahren Dyson V16 Animal x Samojede:
Auf allen Vieren den Boden schrubben, weil weder Sauger noch Wischmopp gegen Sabber-Beton ankommen: täglich. Schere zum Walze-Befreien: regelmäßig. Professionelle Teppichreinigung: alle 2 Monate. Parkettlack: 1x jährlich. Momente, in denen ich meinen Sauger verflucht habe: unzählbar. Momente, in denen Hachikó schuldbewusst geguckt hat: null.
3. Warum möchten Sie auf ein neues Modell umsteigen?
Mein Dyson ist nicht das Problem – mein Dyson ist ein Staubsauger, und als Staubsauger ist er großartig. Das Problem ist, dass ich keinen Staubsauger brauche. Ich brauche ein komplett anderes Konzept.
Ich brauche ein Gerät, das in einem einzigen Durchgang sprüht, schrubbt und aufsaugt – damit Hachikós Sabber-Beton gar nicht erst die Chance bekommt, sich festzusetzen. Ein Gerät, das nass und trocken gleichzeitig kann, damit ich nicht mehr erst saugen, dann wischen, dann aufgeben und dann auf den Knien schrubben muss. Und dessen Bürste mit Samojeden-Fell klarkommt, statt nach zehn Minuten die Schere zu verlangen.
Ich will einfach nur einmal durch die Wohnung fahren und danach einen sauberen Boden haben. Ohne drei separate Reinigungsgeräte. Ohne wunde Knie. Ohne Schere.
Für mich wäre das kein Upgrade – es wäre die Rettung meines Alltags, meines Parketts und meiner letzten Nerven.
Hachikó wäre das übrigens vollkommen egal. Der liegt dann einfach wieder auf dem frisch gewischten Boden und sabbert. |