Ich habe den Dreame A3 jetzt seit Anfang des Monats im Einsatz und selten hat mich ein Stück Technik gleichzeitig so begeistert und so zuverlässig zur Weißglut gebracht. Wirklich beeindruckend: Navigation und Mähleistung. Auf meinem knapp 4.000 m² großen Grundstück bewegt sich der Roboter erstaunlich souverän, schlängelt sich durch Hindernisse und liefert einen sauberen, gleichmäßigen Schnitt bis in die letzte Ecke. Könnte er zumindest.
Denn leider passiert während des Mähens regelmäßig etwas, das man nur als digitalen Gedächtnisverlust bezeichnen kann: Der Roboter verliert komplett die Position. Ernsthaft, ich habe ihn täglich laufen lassen, und bisher hat er es kein einziges Mal geschafft, einen Mähvorgang ohne diesen Aussetzer zu beenden. Aber der Reihe nach.
Schon beim Auspacken macht der A3 einen wirklich guten Eindruck: ordentlich Gewicht, wertige Verarbeitung, alles wirkt durchdacht. Die Inbetriebnahme war überraschend einfach ,vielleicht zu einfach, wie sich später herausstellte. Ich habe die Grundstücksgrenzen im Fernsteuerungsmodus eingelernt, was in meinem Fall bedeutete, etwa 20 Minuten im gemächlichen Tempo hinter dem Roboter herzulaufen. Da mein Grundstück direkt an ein Feld grenzt (und ich keine Lust hatte, dass der Dreame spontan Spargel erntet), erschien mir das sinnvoll.
Der erste Mähvorgang begann vielversprechend: etwa 30 Minuten lang lief alles wie am Schnürchen. Dann, bei strahlendem Sonnenschein die Meldung: „Regen erkannt, Rückkehr zur Basisstation.“ Kleiner Spoiler: Diese Meldung kommt immer. Egal ob Sonne, Wind oder Weltuntergang nach 10 bis 30 Minuten glaubt der Sensor, es regnet. Support kontaktiert (auch so ein Kapitel für sich ,man hat das Gefühl, Nachrichten in ein schwarzes Loch zu schicken und bekommt Tage später eine kryptische Antwort zurück). Irgendwann kam dann die Info: Problem bekannt, wird per Update behoben, bitte Sensor deaktivieren. Gesagt, getan. Seitdem fährt er ohne Regensensor, bei dem bisherigen „Erfolg“ auch kein großer Verlust.
In der Zwischenzeit durfte ich feststellen, dass einmaliges Einzeichnen der Grenzen offenbar nicht reicht. Ich habe die Karte insgesamt viermal neu erstellt, weil ich beim ersten Versuch wohl zu optimistisch war. Trotzdem fährt sich der Dreame regelmäßig an Büschen fest. Er nähert sich, versucht den Busch/die Hecke zu umfahren und verliert dabei prompt die Orientierung. Das Kuriose: In der App sieht man jederzeit genau, wo er ist. Nur der Roboter selbst hat davon offenbar keine Ahnung.
Also habe ich versucht, großzügige Sperrzonen einzurichten. Klingt einfach – ist es aber nicht. Denn:
- Sperrzonen lassen sich nur sinnvoll setzen, wenn der Roboter nicht mäht.
- Ohne gemähte Fläche als Orientierung ist die Karte einfach nur eine große grüne Fläche.
- Und das Beste: Die manuell gesetzten Sperrzonen haben sich beim nächsten Start einfach wieder gelöscht(sicher ein Anwenderfehler aber ich weiß nicht wie ich diesen umgehen kann)
Mit anderen Worten: Ich bin mehrfach im Schneckentempo übers Grundstück gelaufen für nichts.
Weitere Highlights:
- Der Roboter fährt zuverlässig frontal gegen junge Bäume, selbst wenn diese mit Pfählen und Steinen gesichert sind.
- Besonders motiviert zeigt er sich beim Kantenmähen, wo er mit beeindruckender Entschlossenheit gegen Hindernisse fährt teilweise fährt er dann frontal auch gegen ältere Bäume und schaltet dann ab wegen Bumper fehler
- Zweimal hat er sich bislang komplett außerhalb der Karte bewegt. Einmal hat er sich dabei so tief in einen Laubhaufen eingegraben, dass sich die obere Verkleidung gelöst hat.
Alles wurde dem Support gemeldet Antworten sind, sagen wir mal, selten wenn überhaupt und wenig erhellend. Mein persönliches Highlight war übrigens meine Frage, wie ich die bereits beim Kauf abgeschlossene Garantieverlängerung in der App aktivieren kann. Die Antwort kam tatsächlich und erklärte mir in aller Ausführlichkeit, wie ich eine Garantieverlängerung käuflich erwerben kann. Immerhin weiß ich jetzt, wie ich sie ein zweites Mal kaufe, falls ich mit der ersten nicht zufrieden sein sollte.
Bevor ich mich jetzt noch weiter in Rage schreibe und jedes Detail sezieren, mache ich hier lieber Schluss. Vielleicht hat ja jemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder sogar Lösungen parat. Denn aktuell habe ich das Gefühl: Der Dreame könnte richtig gut sein… wenn er nicht ständig vergessen würde, wo er ist.
Und ja, ich bin mir ziemlich sicher, dass ein Teil der Probleme auch auf klassische Userfehler zurückgeht. Aber eines ist für mich inzwischen ebenso offensichtlich: Der Dreame A3 hat definitiv das Potenzial, richtig gut zu sein. Der Dreame Support hingegen arbeitet offenbar noch daran, dieses Konzept zumindest theoretisch zu verstehen.