☕ Dreame Ecceluxe Slim – mein ehrlicher Eindruck nach den ersten Tassen (Teil 1/2)
Ich habe den Dreame Ecceluxe Slim geschenkt bekommen und inzwischen in Ruhe ausprobiert. Dabei wollte ich nicht nur schauen, ob auf Knopfdruck Kaffee herauskommt, sondern auch, wie unkompliziert die Einrichtung ist, wie sich die verschiedenen Getränke anpassen lassen, wie gut das Milchsystem funktioniert und wie viel Pflege im Alltag tatsächlich notwendig ist.
Schon beim Auspacken fällt auf, wie ungewöhnlich schmal die Maschine ist. Mit nur 18 Zentimetern Breite passt sie auch auf kleinere Arbeitsflächen und wirkt deutlich weniger wuchtig als viele andere Vollautomaten. Das warme Cremeweiß, die geriffelte Front, der silberfarbene Rahmen und die Beleuchtung rund um den Auslauf gefallen mir optisch sehr gut. Das Design wirkt modern, aber nicht übertrieben technisch.
Ganz ohne Platzplanung geht es trotzdem nicht. Die Ecceluxe Slim ist zwar sehr schmal, aber gut 40 Zentimeter tief. Der Wassertank befindet sich hinten und erstreckt sich über nahezu die gesamte Breite der Maschine, während die Bohnen von oben eingefüllt werden. Unter einem niedrigen Hängeschrank sollte man deshalb vorher prüfen, ob ausreichend Platz vorhanden ist, um den Tank nach oben herauszunehmen und das Bohnenfach bequem zu befüllen. Der Wasserstand lässt sich über das transparente Sichtfenster an der rechten Seite gut kontrollieren.
Der Bohnenbehälter ist sauber in die Oberseite integriert und fasst etwa 150 Gramm. Etwas unpraktisch finde ich allerdings, dass es kein Sichtfenster für den Bohnenfüllstand gibt. Um zu sehen, wie viele Bohnen noch vorhanden sind, muss man den Deckel öffnen und direkt hineinschauen.
Die beiliegende Quick-Start-Anleitung erklärt die wichtigsten Schritte auf wenigen Seiten und reicht für die erste Einrichtung vollkommen aus. Wassertank, Milchbehälter mit Halterung und externe Tropfschale einsetzen, Wasser und Bohnen einfüllen, Maschine anschließen und einschalten. Danach ist sie direkt startbereit.
Verbesserungspotenzial sehe ich bei der deutschen Übersetzung. Einige Sätze wirken etwas holprig und teilweise sehr direkt aus einer anderen Sprache übertragen. Durch die Bilder und Symbole versteht man trotzdem, was gemeint ist. Sprachlich könnte Dreame die Anleitung aber noch etwas natürlicher formulieren.
Vor der ersten Kaffeezubereitung habe ich zunächst das automatische Selbstreinigungsprogramm gestartet. Danach habe ich Wasser in den Milchbehälter gefüllt und das komplette Milchsystem einmal durchgespült. Zusätzlich habe ich heißes Wasser zubereitet und anschließend zwei Espressi ausgegeben, die ich nicht getrunken habe. So konnten die wasserführenden Leitungen, das Milchsystem, das Mahlwerk und die Brühgruppe einmal vollständig durchlaufen. Mögliche Rückstände aus Fertigung, Verpackung oder Erstbetrieb landen dadurch nicht direkt in der ersten Tasse.
Das Bedienfeld ist übersichtlich aufgebaut und arbeitet ausschließlich mit beleuchteten Symbolen. Zur Auswahl stehen Espresso, Lungo, Flat White, Cappuccino und Latte Macchiato. Zusätzlich lassen sich heißes Wasser und heiße Milch beziehungsweise Milchschaum ausgeben. Nach einem kurzen Blick in die Anleitung sind die Getränkesymbole schnell verstanden. Einige Warn- und Reinigungssymbole sind beim ersten Einschalten allerdings nicht sofort selbsterklärend.
Die voreingestellten Getränkemengen sind eher kompakt. Laut Anleitung werden Espresso mit 30 Millilitern, Lungo mit 60 Millilitern, Flat White mit 155 Millilitern, Cappuccino mit 180 Millilitern und Latte Macchiato mit 215 Millilitern ausgegeben. Wer größere Tassen oder Becher verwendet, könnte deshalb beim ersten Bezug überrascht sein.
Praktisch ist, dass sich die Mengen direkt während der Ausgabe verändern lassen. Dazu hält man die jeweilige Getränketaste länger gedrückt und lässt sie beim gewünschten Füllstand wieder los. So kann man die Getränke recht einfach an die eigenen Tassen anpassen, ohne sich durch ein umfangreiches Einstellungsmenü arbeiten zu müssen.
Gerade diese unkomplizierte Bedienung ist für mich eine der größten Stärken. Morgens muss man nicht erst mehrere Menüs öffnen oder ein Benutzerprofil auswählen. Getränk antippen, kurz warten und der Kaffee steht bereit. Wer gerne viele Temperaturen, Aromastufen, Benutzerprofile und einzelne Rezeptdetails speichert, wird die Möglichkeiten vermutlich etwas begrenzt finden. Die Ecceluxe Slim konzentriert sich bewusst auf die wichtigsten Funktionen.
Mein wichtigster Test war natürlich der Cappuccino. Die Maschine bereitet ihn vollständig automatisch zu. Milch und Kaffee werden nacheinander ausgegeben, beim Latte Macchiato entstehen dadurch schöne sichtbare Schichten. Der Milchschaum ist eher fein und cremig als besonders hoch und luftig. Für Cappuccino und Latte Macchiato gefällt mir diese Konsistenz gut. Für ausgeprägte Latte Art oder sehr feste Schaumberge ist das System weniger gedacht.
Für meine Cappuccinos habe ich sowohl gekühlte Vollmilch mit 3,5 Prozent Fett als auch Barista-Hafermilch verwendet. Mit beiden Varianten wurde der Schaum fein und cremig. Die Vollmilch sorgt für einen etwas vollmundigeren Geschmack, während die Hafermilch eine angenehm weiche Konsistenz und eine leichte natürliche Süße mitbringt.
Dreame empfiehlt in der Quick-Start-Anleitung kalte Vollmilch mit mehr als 3 Prozent Fett und einer Temperatur von ungefähr 5 °C. Die Milch sollte also direkt aus dem Kühlschrank kommen. Auch die Barista-Hafermilch habe ich gut gekühlt verwendet, was bei meinem Test ebenfalls sehr gut funktioniert hat.
Bei weiteren pflanzlichen Alternativen würde ich ebenfalls kalte Sorten direkt aus dem Kühlschrank verwenden. Am besten funktionieren Varianten, die ausdrücklich als Barista-Version angeboten werden. Sojamilch kann etwas fester aufschäumen, während Mandelmilch dem Getränk eine leicht nussige Note verleiht. Die Ergebnisse unterscheiden sich allerdings deutlich zwischen den einzelnen Herstellern, deshalb lohnt sich etwas Ausprobieren.
Der transparente Milchbehälter lässt sich nach der Nutzung einfach abnehmen und wieder in den Kühlschrank stellen. Durch den längeren Schlauch kann er flexibel neben der Maschine platziert werden. Funktional ist das praktisch, optisch liegt der Schlauch dadurch aber recht sichtbar vor beziehungsweise neben dem Gerät. Ein vollständig integriertes Milchsystem würde etwas aufgeräumter aussehen, wäre dafür vermutlich weniger flexibel zu reinigen.