Liebe Community,
schön, dass ihr wieder bei unserer gemeinsamen Barista-Reise mit der MOVA S20 Pro dabei seid.
Im dritten Teil haben wir uns mit dem Tampen und der richtigen Vorbereitung des Kaffeepucks beschäftigt.
Jetzt wird es ernst: Die Extraktion beginnt!
Hier entscheidet sich, ob sich die gesamte Vorbereitung gelohnt hat und welcher Espresso am Ende tatsächlich in eurer Tasse landet.
Wenn ihr versteht, wie ein optimaler Durchfluss aussieht und welche Rolle die Extraktionszeit spielt, könnt ihr eure Espresso-Bezüge gezielt optimieren und gleichbleibend gute Ergebnisse erzielen.
WARUM IST DIE EXTRAKTIONSZEIT SO WICHTIG?
Die Extraktionszeit zeigt euch, wie schnell oder langsam das Wasser durch den Kaffeepuck fließt.
Läuft der Espresso zu schnell oder zu langsam durch, liefert euch das wichtige Hinweise darauf, welche Einstellungen ihr beim nächsten Bezug verändern solltet.
* Ausgewogene Extraktion: Vollmundiger, aromatischer Espresso mit harmonischem Geschmack.
* Unterextraktion: Häufig sauer, dünn und wenig intensiv.
* Überextraktion: Häufig bitter, unangenehm herb oder geschmacklich unausgewogen.
Die MOVA S20 Pro unterstützt euch dabei mit einer stabilen Brühtemperatur, einer einstellbaren Vorbrühzeit und einem gleichmäßigen Brühdruck.
Dadurch lassen sich die einzelnen Parameter gezielter abstimmen.
DIE RICHTIGE TEMPERATUR – DER UNSICHTBARE ENTSCHEIDENDE FAKTOR
Die richtige Brühtemperatur ist mindestens genauso wichtig wie der Wasserdurchfluss.
Sie beeinflusst maßgeblich, wie sich Aromastoffe, Säuren und Öle aus dem Kaffeemehl lösen.
Als guter Orientierungsbereich gelten 90 bis 96 °C. Die MOVA S20 Pro ermöglicht innerhalb dieses Temperaturfensters eine sehr stabile Zubereitung.
Auch hier bietet die MOVA S20 Pro entsprechende Einstellmöglichkeiten. Weitere Details dazu folgen in unserer ausführlichen S20-Pro-Infografik.
Zu niedrige Brühtemperatur:
Der Espresso kann sauer, flach und wenig ausbalanciert schmecken.
Zu hohe Brühtemperatur:
Es können unangenehm bittere und herbe Geschmacksnoten entstehen.
Welche Vorteile bietet die MOVA S20 Pro?
* Stabile und kontrollierte Brühtemperatur
* Geringere Temperaturschwankungen während der Extraktion
* Besser reproduzierbare Ergebnisse
* Gute Voraussetzungen für helle und dunkle Röstungen
All das erleichtert es euch, eine möglichst gleichmäßige und kontrollierte Extraktion zu erreichen.
DER IDEALE ESPRESSODURCHFLUSS MIT DER S20 PRO
Für einen klassischen doppelten Espresso mit etwa 36 bis 40 Gramm Getränkemenge in der Tasse empfehlen wir als Ausgangspunkt:
Zielwert für die Extraktionszeit: etwa 25 bis 30 Sekunden.
Dabei solltet ihr auf folgende Merkmale achten:
* Experimentiert mit unterschiedlichen Vorbrühzeiten.
* Der Espresso sollte möglichst gleichmäßig und mit einer leicht sirupartigen Konsistenz aus dem Siebträger fließen.
* Die Farbe verändert sich während des Bezugs von einem dunklen Bronzeton zu einem warmen Honigton.
* Es bildet sich eine möglichst gleichmäßige, feinporige Crema.
Läuft der Espresso zu schnell durch?
Dann ist der Mahlgrad möglicherweise zu grob eingestellt.
Läuft der Espresso zu langsam oder kommt kaum noch Kaffee heraus?
Dann könnte der Mahlgrad zu fein sein.
Stellt euch das Ganze wie einen kleinen Damm aus Steinen oder Sand vor:
Durch locker aufgeschichtete Steine kann Wasser relativ schnell hindurchfließen. Durch dicht gepackten, feinen Sand gelangt es dagegen deutlich langsamer.
Wer erinnert sich nicht an die Kindheit, als man kleine Staudämme aus Sand gebaut hat?
Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Widerstand, den das Kaffeemehl dem Wasser während der Extraktion entgegensetzt.
SO OPTIMIERT IHR EUREN ESPRESSO
Der Espresso läuft zu schnell durch – unter 20 Sekunden:
* Stellt den Mahlgrad etwas feiner ein.
* Überprüft, ob ihr gleichmäßig getampt habt.
* Achtet darauf, dass das Kaffeemehl vor dem Tampen gleichmäßig im Sieb verteilt ist.
Der Espresso läuft zu langsam durch – über 35 Sekunden:
* Stellt den Mahlgrad etwas gröber ein.
* Kontrolliert, ob ihr möglicherweise zu viel Kaffeemehl dosiert habt.
* Achtet darauf, dass der Tamper gerade aufgesetzt wird.
Ihr beobachtet Anzeichen von Channeling?
Typische Hinweise können sein:
* Unkontrolliertes Spritzen während der Extraktion
* Ein ungleichmäßiger Wasserfluss
* Plötzlich auftretende helle Streifen im Espressostrahl
* Auffällig ungleichmäßig durchfeuchtete Bereiche im Kaffeepuck
In diesem Fall solltet ihr insbesondere die Verteilung des Kaffeemehls verbessern, auf gerades Tampen achten und die Dosierung überprüfen.
WORAN ERKENNT IHR EINE GUTE EXTRAKTION?
Ein gelungener Espresso zeigt häufig folgende Merkmale:
* Ein ruhiger und möglichst gleichmäßiger Durchfluss
* Keine plötzlichen, auffällig hellen Streifen im Espressostrahl
* Eine dichte, goldbraune Crema
* Ein kontrollierter Bezug, der nicht übermäßig wässrig ausläuft
* Ein möglichst gleichmäßig durchfeuchteter Kaffeepuck ohne auffällige Risse oder trockene Bereiche
Ein kompakter Kaffeepuck, der sich problemlos aus dem Sieb lösen lässt, kann ebenfalls ein gutes Zeichen sein. Allerdings ist die Beschaffenheit des Pucks allein kein zuverlässiger Maßstab für die Qualität des Espressos.
Entscheidend bleibt immer der Geschmack in der Tasse.
Dank der stabilen Arbeitsweise der MOVA S20 Pro habt ihr gute Voraussetzungen, um einmal gefundene Einstellungen zuverlässig zu reproduzieren.
PROFI-TIPPS FÜR NOCH BESSEREN ESPRESSO
Mit ein paar einfachen Maßnahmen könnt ihr eure Ergebnisse zusätzlich verbessern.
1. Tassen vorwärmen
Vorgewärmte Espressotassen verhindern, dass der frisch gebrühte Kaffee zu schnell abkühlt. Das unterstützt ein angenehmes Trinktemperaturprofil und kann auch die Crema länger erhalten.
2. Brühgruppe bei Bedarf kurz spülen
Ein kurzer Wasserbezug kann helfen, Kaffeereste zu entfernen und die Temperaturverhältnisse vor dem nächsten Espresso zu stabilisieren. Beachtet dabei die Empfehlungen für eure Maschine.
3. Siebträger warm und trocken halten
Ein vorgewärmter Siebträger unterstützt eine gleichmäßigere Temperatur während der Extraktion.
Das Sieb selbst sollte vor dem Einfüllen des Kaffeemehls möglichst trocken sein.
4. Jeden Espresso bewusst probieren
Die beste Kontrolle ist und bleibt euer eigener Geschmackssinn.
Achtet darauf, ob euer Espresso zu sauer, zu bitter, zu dünn oder bereits angenehm ausgewogen schmeckt.
5. Immer nur einen Parameter verändern
Verändert möglichst nur eine Einstellung gleichzeitig, beispielsweise den Mahlgrad.
Wenn ihr mehrere Parameter auf einmal verändert, lässt sich später nur schwer nachvollziehen, welche Anpassung tatsächlich zu einer Verbesserung geführt hat.
EUER FORTSCHRITT AUF DEM WEG ZUM BARISTA
Mit dem Verständnis der Extraktion habt ihr eines der wichtigsten Kapitel der Espressozubereitung gemeistert.
Ihr könnt jetzt erkennen, wie sich euer Espresso während des Bezugs verhält, mögliche Fehler besser einordnen und eure Einstellungen gezielt anpassen.
Das ist ein großer Schritt auf dem Weg zu gleichbleibend guten Ergebnissen auf Barista-Niveau.
Denn jetzt greifen alle bisherigen Grundlagen ineinander:
Die richtigen Bohnen, der passende Mahlgrad, eine präzise Dosierung, sorgfältiges Tampen und eine kontrollierte Extraktion.
AUSBLICK AUF TEIL 5
Im nächsten Teil unserer Reihe beschäftigen wir uns mit dem Aufschäumen von Milch und vielleicht sogar mit den ersten Schritten in Richtung Latte Art.
Dann geht es darum, wie ihr mit der MOVA S20 Pro nicht nur hervorragenden Espresso, sondern auch Cappuccino und andere Milchspezialitäten auf echtem Café-Niveau zubereiten könnt.
Bleibt neugierig, experimentiert weiter und genießt jede Tasse mit eurer MOVA S20 Pro!
|